Mitglieder der sogenannten "Brigade der Rebellen" bereiten ihre Fackeln für eine Zeremonie vor. Die Männer tragen weiße Gewänder mit den typischen spitzen Kapuzen. Die weiße Farbe der Kleidung soll Reinheit symbolisieren und auf die Geister gefallener Konföderations-Soldaten hinweisen.
Mitglieder des Ku-Klux-Klans stehen mit Fackeln um ein Kreuz.
Es ist Nacht. Männer stehen im Kreis um ein Kreuz, einige tragen weiße Gewänder und Masken. Gleich werden sie das Kreuz entzünden. Was auf den ersten Blick wie die Zeremonie einer Glaubensgemeinschaft aussieht, ist ein Treffen des brandgefährlichen Ku-Klux-Klans. Vor 146 Jahren wurde der rassistische Geheimbund im amerikanischen Bundesstaat Tennessee gegründet. Man sollte meinen, dass eine solche Gruppierung in der heutigen Zeit keinen Zuwachs mehr bekommt. Doch seit dem Amtsantritt des ersten schwarzen US-Präsidenten im Jahr 2009 steigen die Mitgliederzahlen wieder an. Im ganzen Land halten Verbündete regelmäßig Treffen ab. Was anmutet wie ein kitschiger Maskenball, hat einen gefährlichen Hintergrund. Der Ku-Klux-Klan richtet sich gegen Schwarze, Juden, Homosexuelle, andere Minderheiten und Intellektuelle. Die Anhänger des "Unsichtbaren Reichs" wirken unauffällig und angepasst. Augenblicke gibt einen Einblick in die Lebensweise des Klans im 21. Jahrhundert.
Zur Vorgeschichte: Nach dem Sieg der Nordstaaten im Amerikanischen Bürgerkrieg wollte ein Teil der Bevölkerung die Gleichstellung der Schwarzen nicht akzeptieren. Diese Entwicklung veranlasste ehemalige Offiziere der Südstaaten-Konföderation zur Gründung des Ku-Klux-Klans. Der Name geht auf das griechische Wort "kyklos" (zu deutsch: Kreis) zurück. Die Silben werden getrennt zu Ku-Klux. Da die Gründungsmitglieder alle schottischer Abstammung waren, wurde das Wort Clan hinzugefügt. Damit eine Alliteration entsteht, wurde aus dem C ein K.
Den meisten Zulauf hatte der Clan in den 20-er Jahren mit etwa 4,5 Millionen Mitgliedern. Etliche Verbrechen sollen auf das Konto des Clans gehen: Mord, Brandstiftung, Gewalt und Hetzpropaganda waren keine Seltenheit. Politiker und Richter wurden durch Schmiergelder bestochen oder waren meist selbst Mitglieder. So wähnten sich die Anhänger lange Zeit vor Strafe geschützt. Organisationen wie "Klanwatch" und das FBI sorgten nach und nach dafür, dass viele der Verbrechen aufgeklärt und vor Gericht verhandelt wurden. Die Popularität des Clans sank stark, in den 70-er Jahren gab es nur noch geschätzte 1200 Mitglieder. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts verzeichnet der Ku-Klux-Klan etwa 7000 Mitglieder und gibt sich das Image einer "modernen, bürgerlich-patriotischen Vereinigung".










