Ein Weißer Hai schnellt aus dem Wasser hervor. Diesen Moment abzupassen und abzulichten, erfordert eine Menge Geduld. Der dramatische Effekt wird hier noch durch den dunklen Himmel und den Sonnenstrahl auf dem Tier verstärkt. Bei all seinen Bildern versucht Fotograf Chris Fallows, Wolken oder Lichteffekte optimal mit einzusetzen.
Bei dem Anblick, des häufig als Monster verurteilten Jägers, wird kein normaler Mensch eine ausgedehnte Schwimmtour wagen. Dabei liegt bei Angriffen auf Surfer oder Taucher, nach Ansicht von Meeresbiologen meist ein Missverständnis vor. Auf dem Brett paddelnde Surfer ähneln aus Sicht der Haie ihrem bevorzugten Futter, den Robben. Auch Angriffe auf Taucher passieren häufig in robbenreichen Gebieten.
Der Weiße Hai - schon sein Anblick jagt den meisten Menschen Schauer über den Rücken. Er ist gefürchtet, gejagt - und vorverurteilt. Daran hat nicht zuletzt Steven Spielberg mit seinem Kultfilm "Der Weiße Hai" großen Anteil. Wer im Film gesehen hat, wie aus dem Raubfisch ein erbarmungsloser Killer wird, geht kaum noch unbeschwert im Meer baden. Der mächtige Körper und die stets gebleckten Zähne scheinen das Killerbild zu bestätigen. Die Hysterie um das "Zelluloid-Monster" entspricht jedoch keineswegs der Realität, denn der Weiße Hai ist kein besonders aggressiver Raubfisch. Außerdem ernährt er sich unter anderen von verletzten Fischen und Aas und spielt so als "Gesundheitspolizei" eine wichtige Rolle im Ökosystem.
Die spektakulären Hai-Aufnahmen des südafrikanischen Fotografen und Tauchexperten Chris Fallows zeigen den Weißen Hai ebenfalls als erfolgreichen Jäger. Sie offenbaren jedoch gleichzeitig die Faszination und Schönheit des verkannten Meeresbewohners. Es gibt nicht viele Fotografen, die sich dem gefährlichsten Raubfisch der Welt einfach so nähern, ohne schützenden Käfig. Dabei liegt sein Fokus nicht nur auf dem größten Raubfisch der Welt, sondern er zeigt auch kleinere Artgenossen oder andere Meeresbewohner auf der Jagd, beim Spielen oder Ausruhen.
Chris Fallows hat fast sein gesamtes Leben in der Nähe wilder Tiere verbracht. Das kam ihm auch zugute als er sich 1998 auf die Fotografie verlegte. Sein wichtigstes Motto für ein gelungenes Foto lautet niemals in einen Beutezug des Tieres eingreifen. Auch an anderer Stelle versucht Chris Fallows, Verständnis für die gefährdete Spezies zu wecken. Bei seinen Touren können Touristen in der False Bay in Südafrika vom Boot oder vom Wasser aus, dem Weißen Hai so nahe kommen wie kaum ein anderer. Die Touristen sind dabei selbstverständlich in Käfigen gesichert. Für Chris Fallows ist sein Beruf ein großes Glück: "Es ist ein Privileg, so viel Zeit in der Nähe dieser unglaublichen Kreaturen verbringen zu können."
Mehr zu Chris Fallows und seinen Touren unter www.apexpredators.com und http://www.facebook.com/ApexSharks












