Aus der Fotoserie: "No Sleep".
Hee Jin Kang während ihrer Arbeit. (Foto: Hee Jin Kang)
"Ich interessiere mich für diese Betten. Obwohl sie schweigen, sagen sie uns alles, was wir darauf tun. Ob wir darauf schlafen, träumen oder Sex haben. Weggeworfene Matratzen sind Gedenkstätten für viele private Geschichten", sagt Hee Jin Kang. Die Fotografin ist mit ihrer Kamera auf der Jagd nach ausrangierten Matratzen in New York. Vor allem im Stadtbezirk Brooklyn sucht sie die weggeworfenen Schlaflager, die an vielen Ecken, angelehnt an Häusern und Bäumen zu finden sind.
Daraus entstand die Fotoserie "No Sleep". Matratzen wandeln sich darin vom alltäglichen Gebrauchsgegenstand, draußen zum Sperrmüll vor die Tür gesetzt, zum städtischen Stillleben. Die ausrangierten Möbel aus den Schlafzimmern strahlen eine seltsame Schönheit aus. Einige wirken inmitten der urbanen Betonwelt fast schon monumental. Andere dagegen sind einfach nur schmutzig und schäbig. Eines haben alle Fotos gemeinsam: Immer wird das intimste Möbelstück nach außen auf die Straße gekehrt. Persönliches ist plötzlich sichtbar für alle. Ein Gegensatz entsteht zwischen dem geschütztem Bereich des Privaten und der Öffentlichkeit. Dies fasziniert die Fotografin.
Hee Jin Kang wurde 1974 in Seoul, Südkorea geboren. Sie lebt und arbeitet in Brooklyn. Ihre Arbeiten wurden international ausgestellt, unter anderem in der Hayward Gallery in London, im Musée de l’Elysée in Lausanne und im Culturgest in Lissabon. Auch in verschiedenen Zeitschriften wie Blindspot, New York Magazine, Art Review und Vogue Hommes International sind ihre Fotos veröffentlicht. Im September erscheint ihr erstes Buch mit dem gleichlautenden Titel "No Sleep" im Kehrer Verlag.
Mehr zur Fotografin unter: www.heejinkang.com








